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Zeltaufbau fürs Schützenfest

…und nun wird in die Hände gespuckt!

Sechs Uhr morgens. Die aufgehende Sonne verspricht einen heißen Sommertag. Die acht Mann der Baukolonne von Festzelte Möller sputen sich. Bis zum Nachmittag muss das 20 x 50 Meter große Festzelt für die St. Johannes Schützenbruderschaft Niederheide komplett stehen – schließlich soll das große Schützenfest nahe Schiefbahn einen adretten Rahmen haben. Hans-Dieter Möller aus Mönchengladbach muss seine Leute nicht mehr groß einweisen, sie kennen sich bestens aus. Den Aufbauplan rattert der Chef aus dem Eff-Eff herunter: „Das Wichtigste beim Zeltbau ist das Einloten, damit das Zelt im Winkel steht und der Fußboden einigermaßen eben ist.

Es muss darauf geachtet werden, dass der Schwerlastboden gut unterlegt wird – am besten mit Holz, nicht mit Steinen, denn die brechen gerne. Wenn der Boden liegt, werden die Eckpfosten mit jeweils vier Erdnägeln verankert. Auch wenn mal im Baubuch irgendwo steht, dass der Schwerlastboden ankerungsfrei sei – es bringt einfach eine gewisse Sicherheit.“

Zielsicher und zügig bewegt sich die Baukolonne und Hans-Dieter Möller referiert weiter: „Das Zeltgerüst aus Aluminium wird durch Steckbolzen miteinander verbunden. Wenn der erste Teil des Gerüstes steht, wird dank Giebelstützstangen und Stahlseilmontage für Halt gesorgt – das Zelt kann nicht mehr umkippen.“ Die Mittagssonne steht noch längst nicht am Himmel, da ziehen die Zeltbauer bereits die Planen, montieren die Seitenmarkisen, setzen die Wände und Türen. Danach wird die Elektrik für Innenlicht und Theken installiert, die Dekoration montiert, die Bühne für die Königstafel aufgebaut und das Podest für die Musiker platziert. In der Schlussphase werden Tische und Stühle aufgestellt, der Toilettenwagen ans Zelt herangefahren. Tausend Quadratmeter Zelt stehen um 15:30 Uhr parat – Feierabend. Chef Möller schließt die Zelttür ab.

Für die Zeltbauer ist dies eine übers ganze Schützenjahr übliche Alltagsprozedur, denn mittlerweile verfügt der Mönchengladbacher Zeltverleih über mindestens sechs Festzelte mit einer Einzelfläche von bis zu 1.400 Quadratmeter, die dank 30 eigener Transportfahrzeuge je nach Kundenwunsch expediert und mittels zweier 17-Meter-Kräne aufgebaut werden können. Die Mietpreise für die Festzelte variieren u.a. nach dem Transportweg, doch mit einem Grundpreis von 6,15 Euro pro Quadratmeter ist der Einstieg als Zeltmieter möglich.

„Vor 18 Jahren habe ich mit der Übernahme eines 600 Quadratmeter großen Zeltes, zwei Anhängern, einem Kühlwagen und einer Zugmaschine angefangen“, erinnert sich Hans-Dieter Möller, und ist stolz darauf, dass seine heutigen Transporter nicht mehr mit Tempo 25 über die Landstraßen schleichen müssen, sondern auch für den Autobahnverkehr zugelassen sind.

Als Präsident der Schützengesellschaft Mülfort in Mönchengladbach kannte Möller natürlich schon in den achtziger Jahren die Zeltwünsche der Schützen, und um so mehr traf es ihn, dass sein gesamtes Zelt-Equipment im Mai 1987 einer Brandstiftung zum Opfer fiel. „Der Neuanfang und der fast zwei Jahre währende Prozess um den Schadenersatz hatten damals schon etwas Deprimierendes an sich, doch wie heißt es so schön im Volksmund: Das Glück ist mit dem Tüchtigen.“

(Dieser Artikel wurde mit freundlicher Genehmigung des BHDS dem Magazin "Der Schützenbruder" entnommen.)